Dagestan's Peaceful Warriors

Dagestan's Peaceful Warriors

Dokumentation, 2015, 45 min
S:
Realisiert
P:
Perfect Shot Films
KP:
Al Jazeera

Synopsis

Versteckt in den Bergen der nördlichen Kaukasusrepublik Dagestans liegt Russlands prestigereiche Sportakademie für Martial Arts. Unter ihren Absolventen befinden sich fünfzehn Weltchampions, elf Europameister und der einzige nicht-chinesische „King of Kung Fu“.
Gusein Magomaev ist der Gründer dieser einzigartigen Schule. Er gilt als eine ehemalige sowjetische Karatelegende. Von seinen Schülern wird er liebevoll sowjetischer Bruce Lee genannt. Er entlässt nicht nur Weltklassekämpfer, sondern hat mit seiner Akademie gleichsam eine Festung errichtet, in der er 200 Kinder und Jugendliche vor dem Krieg bewahrt, der vor den Toren seiner Schule tobt.

Es ist ein Krieg zwischen der korrupten politischen Elite, die von Moskau gefördert wird, und den nationalistischen islamistischen Terroristen, die für einen kaukasischen Shari' Staat kämpfen. Täglich sterben Menschen in diesem vergessenen Konflikt. Immer mehr Jugendliche gehen „in den Wald“, ein Ausdruck dafür, dass sich jemand dem Jihad angeschlossen hat. Die Anschläge auf die Moskauer U-Bahn im Winter 2010 waren bisher der blutige Höhepunkt dieser Auseinandersetzungen.

Gusein ist Philosoph und Trainer zugleich. Er nimmt die jungen Menschen auf, um sie vor der vergifteten Atmosphäre in seinem Land zu schützen. Bei ihm erlernen sie nicht nur die Kunst des Kampfes, sondern erhalten vor allem eine philosophische Ausbildung, die sie vor den Verlockungen des Märtyrertums und der zynischen Korruption im Land schützen soll.
In seiner „Festung“ regiert er mit spiritueller Stärke und verweigert sich den Forderungen der Außenwelt. Eine Zusammenarbeit mit den korrupten Politikern und Oligarchen, die sich einen Platz für ihre Kinder in der Schule erkaufen möchten, lehnt er ab. Er widersetzt sich den Forderungen der Islamisten, seine Sportler nicht in der russischen Nationalmannschaft kämpfen zu lassen. Mehrfach wurde seine Akademie bereits Ziel von Brandanschlägen. Bisher wurde niemand verletzt, doch die psychologischen Auswirkungen der Anschläge nagen an den Mauern seiner „Festung“.

Der Film erzählt den Verlauf eines Schuljahres. In episodischen Kapiteln begleitet er Gusein auf seinen Ausflügen zu skurrilen Gestalten der dagestanischen Gesellschaft, z. B. dem amtierenden Finanzminister, einem ehemaligen Ringkampfchampion, dem Bürgermeister von Makhachkala, der fünfzehn Anschläge auf sich überlebt hat, der ehrgeizigen Mutter des King of Kung Fu, die ihn mit einem strahlenden Lächeln empfängt oder zum stärksten Mann der Welt, der mit seinen Zähnen einen alten Mercedes durch das zerbombte Stadion von Makhachkala zieht.

Der Mikrokosmos der Akademie reflektiert die komplizierte Wirklichkeit des politischen Konflikts in Dagestan und stellt philosophische Fragen über das Konzept von Stärke und den Wert einer Lehrer-Mentor-Beziehung.

Oszillierend zwischen Terror, Verfolgung, Hoffnung und Absurdität verfolgt dieser Dokumentarfilm Schritt für Schritt den spirituellen Weg eines Mannes und bietet einen seltenen Einblick in eine Republik, die auf dem besten Weg ist, das nächste Tschetschenien zu werden.

Trailer

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